Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Liebe Ela,
zwei unterbrochene Kreise, eine senkrecht verlaufende Linie, weitere wirre Strukturen von Farbe auf rostigem Untergrund. Eine Komposition zufälliger Anhaftungen oder Abschabungen an einem Schwimmdock im Hamburger Hafen. Nicht Natur, nicht Kultur, sondern die Beliebigkeit von Nutzung oder Abnutzung, Spuren menschlichen Wirkens oder mechanischen Geschehens.
Interesse und Wertschätzung können wir auch diesen Phänomenen entgegen bringen. Die Frage ist, was wir beim Betrachten empfinden.
Einen angenehmen Tag, Gruß Kai

Lieber Kai,
vielen Dank für Deine Nachricht. Wäre es nicht eine Allerwelts-Szene aus einer Industrieanlage sondern ein von Menschenhand bewusst geschaffenes Werk, würde man von abstrakter Kunst sprechen. Dort würden ganz andere Rezeptionsregeln gelten. Zur Beschreibung stünden formale Kriterien wie Komposition, Farbwirkung, Material und Technik sowie Proportion und Balance und Aussagen zu Ausdruck und Wirkung zur Verfügung. Eigentlich spricht nichts dagegen, diese Maßstäbe auch bei zufällig entstandenen Mustern anzulegen.
Herzlichen Gruß, Ela


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025