Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Liebe Ela,
ein getrockneter Rosenzweig. Die gefüllten Blüten strahlen auch im verdorrten Zustand Erhabenheit und Würde aus. Und der Hintergrund ist schlicht, nur der Schatten des Zweiges hebt sich ab von dem blassen Weiß.
Trauer vermischt sich mit Ehrfurcht. Mit dem Tod ist vielleicht kein neues Leben verbunden, aber ein Zustand, der Vollendung bedeutet. Vielleicht sollten wir den Tod so denken.
Herzlichen Gruß, Kai

Lieber Kai,
vielen Dank für Deine Nachricht. Das Leben ist vergangen. Der Organismus der Pflanze vertrocknet. Die Feuchtigkeit ist entwichen. Die Bestandteile verlieren ihre Elastizität und werden brüchig. Die Blätter ließen sich zu Mehl zermahlen. Mit der Flüssigkeit entweichen auch die Farben. Sie sind einem Grau gewichen. Die Form dagegen bleibt weitgehend erhalten: der Stil, die Dornen, Blätter und die fülligen Blüten. Diese streben nicht mehr aufwärts, sondern haben sich nach unten geneigt.
Herzlichen Gruß, Ela


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025